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AUSLÄNDER RAUS! – SCHLINGENSIEFS CONTAINER

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Start:
August 25 21:00
Cost:
Eintritt frei
Venue:
ARENA Wien
Address:
Google Map
Baumgasse 80
Wien, 1030

#KlappeAuf-Clip: DO BIN I DAHOAM
Adina F. Camhy, 1:02 min

AT 2002, 90 min. / Regie: Paul Poet, mit Christoph Schlingensief, Rainer Laux, Elfriede Jelinek, Luc Bondy u.a.

„Du deutsche Sau! Du Künstler!!!“ Eine ältere Frau bringt ihre Empörung auf den Punkt. Wir schreiben 2001, Frühsommer, es ist heiß und die Wiener Innenstadt ist gesteckt voll mit fröhlichen Touristen, geschäftigen Passanten und frischen Pferdeäpfeln. Doch etwas stört die sonnige Idylle: Mitten auf dem Platz vor der Wiener Oper steht ein hässlicher Containerbau mit den hässlichen Worten „Ausländer raus!“ Davor steht der Mann, auf den sich die Agression der Umstehenden konzentriert: Christoph Schlingensief, deutscher Ausnahmekünstler, bekannt aus Funk und Fernsehen.
Christoph Schlingensief provoziert. Vor allem damit, dass sein hyperaktives Hirn ständig in Bereichen herumdenkt, in die sich die meisten nicht mehr hineinwagen – und das mit eiserner Konsequenz. Dass das p. t. Publikum da nicht immer mitkommt, stört Schlingensief kein bisschen. Was ihn aber verbittert, sind die Menschen, die das nicht mal versuchen.
Schlingensiefs Aktion anlässlich der Wiener Festwochen 2001 war eine Reaktion auf den mit beängstigendem Gleichmut hingenommenen Rechtsruck der Österreichischen Politik – und mit seiner Drastik der der Aufreger des Jahres: Angelehnt an die Reality-TV-Show Big Brother lebten im Wiener Container insgesamt 12 Asylbewerber (Schlingensief: „Natürlich waren das keine Schauspieler. Die Leute in den Auffanglagern sind ja auch keine Schauspieler“), und Tag für Tag wurden zwei Menschen „rausgewählt“, also in diesem Falle abgeschoben – vom Publikum, das über eine eigens eingerichtete Website das Schicksal der Container-Insassen bestimmten. Zusätzlich filmten noch sechs Kameras das Geschehen im und rund um den Container. Aus diesem Material sowie Interviews mit Mitwirkenden, Mitarbeitern, Zusehern und Gegnern schuf der junge Filmemacher Paul Poet eine bewegende Dokumentation einer bewegenden Kunst-Aktion.

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